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JUHANI AHVENJÄRVI

TUA FORSSTRÖM

JOUNI INKALA

RIINA KATAJAVUORI

JYRKI KIISKINEN

LAURI OTONKOSKI

HELENA SINERVO

EIRA STENBERG

SIRKKA TURKKA

MERJA VIROLAINEN

EIRA STENBERG
Divina Commedia 

In der Mitte meines Lebens vom Weg abgekommen
in dem langen Korridor des großen Hotels,
als der Teppichsordino die Schritte verschluckte
und das Nachtklubparkett zum Schaukeln einlud,

machte ich vielleicht die falsche Tür auf,
stieg ich die falsche Treppe hinab
auf den Korridor, aus dem ich nicht herausfand.

Wie im Traum lief ich
von ferner Musik geleitet
so lange, bis ich ermüdete
und mich nur nach meinem Zimmer sehnte.

Da sah ich ihn,
in der dunklen Gestalt des Nachtportiers,
die schwarzen Rabenflügel seines Haars
fest an den Kopf geschmiegt,
zwei gewitterblaue Augen
und den abstoßenden Stierkopf.

O Herr der Schlüssel, sagte ich,
in diesem Palast
hat mein Zimmer die Nummer 444.

Er antwortete nicht,
er sah auf meine Brüste und berührte sie mit dem Finger,
seine Hände glitten über die Wölbung meines Körpers.

So begegnete ich ihm
ohne ihn zu kennen,
niemand hat mein Gesicht genommen wie er,
hat die Muschel meines Ohrs gelesen
und mich an den Haaren gezogen, mir
einen Klaps zwischen die Beine gegeben.
Die Saurier erhoben ihre Köpfe
unter dem Samt meines Kleids,
die Tore des Labyrinths taten sich auf.
Ich wusste nicht, wer er war und
dass es keinen anderen gibt wie ihn,
der sein Haupt wie eine schwarze Krone trägt.
Ich ergriff ihn am Arm
und leitete ihn fort
und jetzt, wahnsinnig vor Lust suche ich ihn.


Divina Commedia

In Minos Schloss

Die Prinzessin spielt


 
Halun ikoni (Ikone der Lust), 1997 
Aus dem Finnischen von Gisbert Jänicke