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„Er hat die Welt überwunden!“
I Jesusi wirbelt über den Hof, er dreht sich um und um, außer Rand und Band, er rast - die Augen gleich Brunnenrändern, sein Blick vom Branntwein glänzend. Aus dem Mund spritzt Schaum, Kaulquappen, Laich; sein Fuß, der ein Moped aus Luft zu starten versucht. “Pulveresther trage ich nicht! Wolle muß es sein“ — läßt die Hose runter, zeigt seinen Hintern: das Herz hängt ihm zwischen den Beinen, aus seinem Po lugt der Himmel hervor. Jesusi zittert und friert, trotz dieser Hitze, trotz Schweiß- der Heugeruch, den Fliegen. Er hat sich selber dem Tode entrissen, kniet sich hin, vor Barmherzigkeit sicher, und badet im Lehm, setzt sich einen Kuhfladen als Helm auf seine aschweißen Haare. Sehr wohl steigt Jesusi in Wolken gehüllt hernieder, umarmt bedröhnt und gröhlend die Flasche, seine Braut, und atmet tief ein, der Glückselige, dankt, verbeugt sich vor allen die sich bemühten ihn in den Staub zu treten: man schickte ihn an die vorderste Front, nach Kuolemajärvi, den „See des Todes“, gleich am ersten Tag. Jetzt sieht er sich nur noch von Rußkis umgeben, himmlischen Heerscharen: Jesusi belagert Jesusi.
II Ein Blick über Kreuz - Jesusi schielt nach seiner Hand: eine Daune, einige Kiesel. Auf welcher Lilie, auf welcher Rose kann er seinen Kopf zum Schlafen betten, in welcher Dunkelheit, um sich vor sich selbst zu verbergen? Müdigkeit um Müdigkeit – er geht mit einem Handspiegel zu Bett: Ein Hase schlüpft zu ihm unter die Decke Wollgras Farnkraut heftige Böen, er nimmt die Raben in den Arm, die Kletten die Mäuse die Füchse die Erlenblätter Nässenebel Goldregen Brennnesseln. Er zählt die Schmetterlinge durch und lauscht dem Schwalbenjungen, das in seinem Schlaf piepst: Eines Eins Einzig, keinen Unterschied sieht zwischen Jesusi und sich selbst. Er allein kann nicht schlafen, verhüllt sich in sich selber, der Geplagte, gibt mir die Hand.
III Und Jesusi läßt Wunder und Zeichen erscheinen, ein Chomäleon, einen Kameten, das Brausen der Wellenkumme, Blut und Feuer und Fahnen von Rauch, kleine Steine Bachstelzen Hühner im Kammerfenster der Oma ein Eichhörnchen: Er hält mich mit seinen Armen umfaßt, tanzt und dreht sich, mein Lachen und Schreien gegen seine Brust gepreßt, dreht sich, kreist und läßt mich kreisen nimmt den Garten mit sich, die Löwenmäulchen die Kellertür den Kuhstall die Maulwurfslöcher die Iris die Gemüsebeete die roten Rüben die Zwiebeln die Kohlweißlinge, hängt die Wäsche von der Leine ab mein Kleid meine kurzen Hosen den wilden Wein den Weißdorn, er, der Eindringling, der Heiland, der Herbst: Seine Freude ist eingesponnen vom Seidenfaden der Spinne, seine Freude, seine Leid, ein jeder ist sein Vater, und niemand wird weiser auf Erden. “Du, laß den Schwanz nicht hängen. Eines Tages komme ich wieder!“
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