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LAURI OTONKOSKI

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LAURI OTONKOSKI (b. 1959) has worked on many fields of culture: he is poet, musician, essayist and music critic. He has published seven collections of poems, a children’s book and essays. In his poems the observation is the subject. The world flows through senses and consciousness. The singular observation gets seasoned by irony. Otonkoski was awarded Nuori Suomi (Young Finland) Prize for literature in 1995, Yleisradio’s (the equivalent of the BBC) Tanssiva Karhu (Dancing Bear) Prize in 1996, Pekkanen Prize in 1999 and Engel Prize of Church Art in 2001.
THE POIGNANCY OF HUMAN EXISTENCE
Sein 

Er bestieg den Zug, der kein Symbol war, sondern ein öffentliches Verkehrsmittel, und war er überhaupt er oder ich, am Ende?
Die Stadt hatte seine Gedanken durcheinandergebracht und seinen natürlichen Rhythmus, der vielleicht doch gemächlicher war, als er zugeben mochte. In der Stadt gab es viele Bahnstationen und zu noch mehr Abfahrten drängende Züge.
Er zögerte und wurde unruhig.
An Fehlermöglichkeiten gab es erneut eine unzählbare Menge.
Auch das gehört zu seinen Eigenschaften.

Der Waggon war doppelstöckig, französisch. Im unteren Stock saß eine lärmende Kindergruppe: ein kleines kurzsichtiges Mädchen, das einem irgendwie bekannt vorkam, wie auf irgendeinem Photo, das irgendwo auf dem Bahnsteig von Auschwitz aufgenommen wurde, die dritte von links, wißt ihr noch. Wißt ihr noch? Da war auch der schmächtige Junge, Sorge und Grau auf dem Gesicht. War er verantwortlich? Zwei rundliche Neger jungen. Und der Kleinste in der Gruppe trug einem grünen Anorak sowie une baguette, aus dem eine ganze Schinkenscheibe auf den Boden des Waggons fiel.
Er stieg in den zweiten Stock. Dort saßen drei schwarze Muslime sowie eine Baudelaire lesende, durch und durch elegante Frau, die an der Schläfe schlechte, pickelige Haut hatte.

Er: Mein größter Fehler? Vielleicht diese unbändige Angst. Unter Menschen vervielfache ich mich. Ich betrachte mich selbst, höre meinen eigenen Worten zu, kritisiere meine Haltungen und Trinkgewohnheiten. Die Menschen schauen auf mich während ich auf mich selbst schaue und sie bemerken die Angst, die mir folgt wie ein weites Kleidungsstück.
Sie senken die Blicke.
Sie verschwinden, nach halben Sätzen suchend.

Die Frau: Schönheit bedeutet Kontraste und leerer Raum zwischen solchen Sätzen, die bona fide aufgeladen sind. Aber zwischen Abfahrt und Ankunft liegt eine Tonne Zeit, die in Kilogewichten dem Reisenden zu Füßen fällt. Reines Sein gibt es nicht. Es gibt nur Abfahrten, Ankünfte und leere Räume.

Die drei schwarzen Muslime: In der Tüte haben wir Wasser, Brot und die Aufenthaltserlaubnisse. Wir essen, wir trinken, wir beabsichtigen, einige Sätze zu wechsln.
Wir sind


Es ist etwas

Credo

Sein

Kräuterweisheit

Die form der wärme

Über den Spaziergang des Ohrs

Aber

Über den dritten

WENN DU DIE HÄNDE

Wann?


 
Aus dem Finnischen von Stefan Moster.